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WAAGEN MAGAZIN

Vier Bilder zeigen unterschiedliche Fahrzeugwaagen. Oben links: Person trägt tragbare Mobilwaage. Oben rechts: LKW auf mobiler Brückenwaage. Unten links: Betonbrückenwaage Überflur mit Schüttgut im Hintergrund. Unten rechts: Traktor auf Unterflur-Fahrzeugwaage. Kontext: Vergleich von Fahrzeugwaagen-Typen.

ESSMANN Redaktion

Fahrzeugwaagen-Typen im Vergleich: Mobilwaage, Achslast- oder Radlastwaage und Betonbrücke – was passt zu Ihrem Betrieb?

LKW Waage, Mobile Waage, vergleich

Wer Fahrzeuge wiegt, will selten nur ein ungefähres Gewicht. Meist geht es um abrechnungsfähige Daten, Audit-Sicherheit, Durchsatz und darum, dass die Waage auch dann noch funktioniert, wenn es draußen staubt, friert oder ein Radlader daneben rangiert. Genau deshalb lohnt sich ein sauberer Blick auf die verschiedenen Fahrzeugwaagen-Typen: mobile LKW-Waage, mobile Fahrzeugwaage, Achslastwaage oder Radlastwaage und die klassischen Beton-Fahrzeugwaagen als Überflur-oder Unterflurversionen.

Dieser Artikel ordnet die Unterschiede praxisnah ein – inklusive der Frage, warum eine günstige Wohnmobilwaage für Endverbraucher zwar für Urlaubsfahrten hilfreich sein kann, aber in professionellen Anwendungen nicht die richtige Wahl ist.

1. Kurzüberblick: Die vier Arten von Fahrzeugwaagen

Es gibt viele Modelle am Markt – im Kern läuft es aber fast immer auf Entscheidungen über diese vier Bauarten hinaus:

  1. Mobile Brückenwaage (Aufstellfahrzeugwaage) – z. B. ESSMANN mobile Fahrzeugwaage HE-TS: LKW fährt komplett auf eine modulare Brücke.
  2. Mobile Achslastwaage oder Radlastwaage (Wiegepads) – z. B. Dini Argeo WWS: Achsen oder Räder werden auf einzelnen Plattformen verwogen, daraus wird das Gesamtgewicht berechnet.
  3. Beton-Überflurwaage – z. B. ESSMANN HE-ÜWS: Betonfertigteile, oberirdisch, robust für Dauerbetrieb.
  4. Beton-Unterflurwaage – z. B. ESSMANN HE-SFK: bündig im Boden, platzsparend und „überfahrbar“.

Die Unterschiede liegen weniger in einer Differenezierung von besser oder schlechter, sondern hängen von Ihren Bedingungen ab: Eichpflicht, Standort (temporär vs. dauerhaft), Verkehrsfluss, Untergrund, Reinigungs- und Witterungsbelastung sowie der Frage, ob Sie pro Fahrzeug viele Spurbreiten bedienen müssen.

2. Mobile professionelle Fahrzeugwaagen: Wenn der Standort nicht feststeht

Mobile Systeme sind dann stark, wenn Sie temporär für Tage, Wochen oder Monate wiegen müssen, aber (noch) keine feste Waage bauen wollen oder können. Typische Szenarien:

  • Baustellen (Aushub, Asphalt, Schüttgüter, temporäre Werkhöfe)
  • Recyclinghof / Entsorgungsbetrieb mit Umbaumaßnahmen oder saisonalen Spitzen
  • Landwirtschaft (Ernte, Gülle-/Futterlogistik), wenn Flächen wechseln
  • Hochmobile Einsätze auf Parkplätzen, Betriebszufahrten oder in Industrieparks

2.1 Dini Argeo Achslastwaagen und Radlastwaagen: Wiegepads für maximale Mobilität

Rote Schäkel und Kette an Maschine in Werkstatt

Dini Argeo bietet mit der WWS-Serie portable Plattformen, mit denen Achslasten oder Radlasten verwogen werden. Aus den Ergebnissen jeder Plattform wird das Gesamtgewicht berechnet. Der Hersteller betont als Kernnutzen die schnelle Einrichtung in wenigen Minuten und die Eignung für Fahrzeuge unabhängig von der Achsanzahl. Auch für andere Lasten wie Kisten und Maschinen ist die Kofferwaage mit den Wiegepads perfekt geeignet.

Warum Achslast- und Radlastwaagen im Feld so beliebt sind

  • Extrem transportabel - kleine, einzelne Pads statt einer ganzen Brücke
  • Ideal, wenn Zufahrten eng sind oder keine Brückenlänge verfügbar ist
  • Sehr gut für Kontroll- und Plausibilitätswägungen, z. B. bei Überladungsrisiko oder für Behörden
  • Können zur Last gebracht werden, wenn diese nur wenig bewegt werden soll, wie Transportkisten mit empfindlichen Maschinen

Wichtig in der Auswahl: Achslast- und Radlastsysteme sind in der Praxis immer auch eine Frage des Ablaufes. Sie wiegen häufig Achse für Achse oder Rad für Rad – das kann bei hohem Durchsatz langsamer sein als eine Brückenwaage, ist dafür aber logistisch beweglicher.

2.2 ESSMANN HE-TS: Mobile Brückenwaage für temporäre Einsätze

Die ESSMANN Fahrzeugwaage HE-TS im Einsatz auf Baustelle vor LKW

Die ESSMANN HE-TS ist als mobile Fahrzeugwaage (Aufstellfahrzeugwaage) konzipiert und setzt auf ein modulares System aus Wägemodul, Brückenmodul und Rampenmodul. Die Idee dahinter: kompakt transportierbar, schnell aufzubauen, variabel in der Länge – und dennoch so ausgelegt, dass sie in professionellen Umgebungen zuverlässig arbeitet.

Wo sie besonders passt

  • Wenn Sie LKW, Traktor oder schwere Fahrzeuge komplett verwiegen wollen, nicht „Achse für Achse“.
  • Wenn Sie eine mobile LKW-Waage brauchen, die sich an wechselnde Längen/Lastfälle anpassen lässt.
  • Wenn Sie in rauen Umgebungen arbeiten, in denen „Camping-Hardware“ schlicht nicht standhält.

Praxis-Hinweis: Mobile Brückenwaagen profitieren von einem tragfähigen, stabilen Untergrund , zum Beispiel Asphalt, Beton oder Pflaster. Das ist Voraussetzung für reproduzierbare Ergebnisse und für die Lebensdauer der mechanischen Komponenten.

2.3 Was in der Praxis noch relevant ist

Was beim Einsatz mobiler Wägesystem noch zu beachten ist

  • Schnelle Einsatzbereitschaft: Portable Truck-Scale-Systeme haben teils nur Installationszeiten im Bereich weniger Stunden, aber dann muss auch der Untergrund perfekt sein.
  • Betrieb auf „jedem stabilen Untergrund“ – diese Botschaft ersetzt nicht die Prüfung, ob der Untergrund wirklich ausreichend tragfähig und eben ist. Das ist gerade bei wiederholten Belastungen essenziell wichtig.

Für Sie als Waagen-Betreiber bedeutet das: Wenn „mobil“ nicht nur heißt „ich kann es wegfahren“, sondern „ich kann es reproduzierbar und belastbar betreiben“, lohnt sich der Blick auf:

  • Untergrundanforderungen, Rampen-/Anfahrschutz, Reinigung
  • Schutz der Wägezellen und Kabel/ Funkverbindungen
  • Prozessintegration (Ausdruck, Datenexport, Software)
  • Eichfähigkeit und Nachweisführung (wenn abrechnungsrelevant)

3. Warum günstige Wohnmobilwaagen nicht mit Profi-Fahrzeugwaagen zu verwechseln sind

Bei Suchbegriffen wie „Wohnmobilwaage“ oder „Fahrzeugwaage Preis“ landen viele Verantwortliche und Mitarbeitende in der Beschaffung schnell bei Endverbraucher-Produkten: kompakte Radwaagen für Caravan und Wohnmobil.

Solche Geräte können im Freizeitbereich sinnvoll sein – etwa um Beladung zu prüfen oder Schlingerfahrten durch falsche Lastverteilung zu vermeiden. Hersteller und Händler nennen hier meist Radlasten bis ca. 1.500 kg pro Rad, spritzwassergeschützte Ausführungen und teils Abweichungen im Prozentbereich sowie den Hinweis auf möglichst ebenen Untergrund.

Wo das Problem im professionellen Einsatz liegt

  • Lastbereich und Bauform: Für LKW-/Sattelzugachsen sind Endverbraucher-Radwaagen konstruktiv nicht gedacht.
  • Robustheit: Baustellenstaub, scharfkantige Schüttgüter, Frost/Tausalz und Staplerverkehr sind eine andere Welt als die der Sonnenschein-Camper-Vans.
  • Reproduzierbarkeit: Wenn ein System ausdrücklich einen sehr ebenen Untergrund braucht und dennoch nur Näherungswerte liefert, ist das für Prozess- und Abrechnungszwecke kritisch.
  • Eich- und Abrechnungsfähigkeit: Bei gewerblichen Verwiegungen ist oft die Frage entscheidend, ob die Waage eichfähig/eichpflichtig betrieben werden muss – „Freizeitwaagen“ sind dafür nicht gemacht.

Merksatz: Eine günstige Wohnmobilwaage ist ein Beladungs-Tool – keine mobile LKW-Waage.

4. Wann Betonwaagen sinnvoller sind als mobile Waagen

Mobile Systeme sind stark, wenn Sie flexibel sein müssen. Beton-Fahrzeugwaagen sind stark, wenn Sie Dauerbetrieb und hohen Durchsatz brauchen, und wenn der Standort feststeht.

4.1 Überflurwaage (Beton), z. B. ESSMANN HE-ÜWS: Robust für anspruchsvolle Umgebungen

Betonierte Überflurwaage im Rohbau mit blauen und weißen Containern daneben. Im Hintergrund Bagger und hügelige Sandlandschaft. Klarer Himmel.

Die ESSMANN HE-ÜWS ist eine Überflur-Fahrzeugwaage aus Betonfertigteilen, also Brücke und Fundament. ESSMANN beschreibt sie als System, das relevante DIN-Normen erfüllt und sich an PTB-Vorgaben sowie OIML-Empfehlungen orientiert.

Typische Gründe, warum Betreiber im Recyclinghof oder in der Schüttgutlogistik zur Beton-Überflurwaage greifen

  • Hoher Durchsatz: Viele Wägungen pro Tag verlangen Robustheit
  • Schmutz- und Reinigungsrealität: grobe Verschmutzung lässt sich bei Überflurkonzepten oft einfacher handhaben als bei komplexen mobilen Setups
  • Langzeitstabilität: Betonbrücken sind auf jahrzehntelangen Betrieb ausgelegt
  • Komfort & Sicherheit: definierte Auffahrten, klare Verkehrsführung

Gerade beim Use Case LKW-Waage auf dem Recyclinghof oder dem Kieswerk zählt häufig der Mix aus Robustheit und Verfügbarkeit: Wenn die Waage ausfällt, steht nicht selten der Betrieb.

4.2 Unterflurwaage, z. B. ESSMANN HE-SFK: Platz, Verkehrsfluss und Überfahrbarkeit

Beispiel der Nutzung einer Fahrzeugwaage mit zwei Fahrerselbstbediensäulen.

Unterflurkonzepte sind dann sinnvoll, wenn Sie eine Waage bündig im Boden benötigen – z. B. wegen begrenztem Platz, Rangierverkehr oder weil Flächen auch quer überfahren werden müssen.

Die ESSMANN HE-SFK wird als vollständig unterflur installierbare LKW-Waage für eichpflichtige Anwendungen betrieben (Genauigkeitsklasse III nach 2014/31/EU (MID) bzw. DIN EN 45501). Zudem ist die Betonbrücke längs und quer überfahrbar sowie frost- und tausalzbeständig. Durch die integrierte Sohlplatte, die werkseitige Vormontage sowie die optionale Ausführung nach WHG oder ATEX ist die robuste Fahrzeugwaage optimal für anspruchsvolle Einsatzbereiche ausgelegt, selbst bei überfahrbarer Querbelastung.

Typische Einsatzfälle

  • Logistik- und Industriehöfe mit engem Verkehrsraum
  • Standorte, an denen Fahrzeuge nicht nur geradeaus über die Waage fahren
  • Bereiche, in denen eine Überflurwaage im Weg wäre (wegen Höhen, Rampen, Staplerverkehr)

5. Entscheidungshilfe: Welche Waage passt zu welchem Bedarf?

Eine gute Auswahlentscheidung für den Kauf einer Fahrzeugwaage beginnt bei drei Fragen:

  1. Muss ich abrechnen oder rechtssicher dokumentieren? (Eichpflicht / Audit)
  2. Ist der Standort temporär oder dauerhaft?
  3. Wie sieht mein Verkehrsfluss aus? (Durchsatz, Rangieren, unterschiedliche Fahrzeugtypen)

Wenn eine mobile Waage die bessere Wahl ist

  • Sie brauchen eine mobile Fahrzeugwaage für ein befristetes Projekt (Baustelle, Umbau, Saisonspitze).
  • Ihr Standort wechselt (z. B. mobile Traktorwaage im landwirtschaftlichen Umfeld).
  • Sie wollen schnell handlungsfähig sein, ohne sofort ein Fundament zu bauen.

Typische Wahl:

Wenn eine Betonwaage die bessere Wahl ist

  • Sie wiegen täglich (oder mehrfach täglich) und benötigen robusten Dauerbetrieb.
  • Der Standort ist langfristig gesetzt (Recyclinghof, Kieswerk, Industrie, kommunale Höfe).
  • Sie wollen eine klare, sichere Verkehrsführung und möglichst kurze Wiegezeiten.

Typische Wahl:

6. Checkliste für die Beschaffung: Vom Bedarf zur passenden Lösung

Preisvergleiche sind verständlich – aber bei Fahrzeugwaagen ist „Preis“ ohne Kontext oft wertlos. Diese Punkte sollten Sie vor der Anfrage klären:

  • Einsatzszenario: stationär vs. mobil, Innen/außen, Schmutz, Frost/Tausalz
  • Fahrzeugtypen: LKW, Sattelzug, Traktor, Achsanzahl, Spurbreiten
  • Durchsatz: Wägungen/Tag, Warteschlangen, Abfertigungszeit
  • Rechtlicher Rahmen: Abrechnung nach Gewicht? Dann: Eichfähigkeit und regelmäßige Eichung
  • IT/Prozess: Wiegedaten, Schnittstellen, Druck, ERP/Wiegesoftware
  • Service: Wer sorgt für Verfügbarkeit – Ersatzteile, Wartung, Reaktionszeiten?

Gerade der letzte Punkt wird unterschätzt: ESSMANN ist Waagenfachbetrieb und bietet schnellen und zuverlässigen Waagen-Service sowie Kalibrierungen und Eichungen – das ist im Betrieb oft genauso wichtig wie die Waage selbst, weil Stillstand direkt Geld kostet.

FAQ

Ist jede mobile LKW-Waage automatisch eichfähig?

Nein. Es gibt mobile Systeme, die eichfähig ausgelegt sind – und andere, die eher für Kontroll- und Plausibilitätsmessungen gedacht sind. Für professionelle Anwendungen sollten Sie das als erstes klären.

Reicht eine Wohnmobilwaage für gelegentliche LKW-Kontrollen?

In der Regel nicht. Wohnmobil-/Caravan-Waagen sind auf andere Lastbereiche und Nutzungssituationen ausgelegt; sie dienen eher der Beladungskontrolle im Freizeitkontext.

Was kostet eine Fahrzeugwaage?

Der Fahrzeugwaagen-Preis hängt stark von Bauart (mobil vs. Beton), Brückenlänge, Höchstlast, Fundament, Peripherie (Ampel, Schranken, Kameras, Terminals) sowie Service-/Eichpaketen ab. Sinnvoll ist eine Bedarfsklärung entlang der Checkliste oben – dann wird aus der Preisfrage eine belastbare Investitionsrechnung. Zur ersten groben Orientierung: Die Plattformwaage von Dini Argeo gibt es in der kleinsten Achslastversion bis 3 oder 6t mit Kabeln derzeit für 2.976,70 Euro im Waagen-Shop. Die mobile Fahrzeugwaage ESSMANN HE-TS beginnt in der 6-Meter-Ausführung bei 25.880 Euro netto.

Die mobilen Waagen können bei ESSMANN auch als Leihwaagen gemietet werden.

Haben Sie weitere Fragen?

Wenn Sie eine mobile Fahrzeugwaage oder eine stationäre LKW-Waage auswählen, entscheidet am Ende nicht nur die Technik, sondern auch die Umsetzbarkeit im Betrieb: Untergrund, Verkehrsfluss, Abrechnung, Daten, und die Frage, wie schnell Sie im Servicefall wieder laufen.

ESSMANN unterstützt dabei als Waagenfachbetrieb mit Beratung, Lieferung/Montage, Service sowie Kalibrierung und Eichungen – damit aus einer Waage ein verlässlicher Prozessbaustein wird. Wenn Sie weitere Fragen haben:

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