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WAAGEN MAGAZIN

Luftbild eines Steinbruchs und Kieswerks. Erdige Flächen, Gruben und Sandwege. Im Vordergrund grüne Bäume. Mehrere Fahrzeuge und Container auf sandigem Boden. Zengtral sind zwei Fahrzeugwaagen zu sehen.

ESSMANN Redaktion

Frühjahrs-Check planen für Fahrzeugwaagen im Steinbruch & Kieswerk

Wartung

Wenn im Frühjahr die Baustellen anlaufen, steigt in Steinbruch, Kieswerk und Betonwerk die Taktzahl an der Fahrzeugwaage oft spürbar, und zwar genau dann, wenn Ausfälle am meisten wehtun. In der Praxis sind es selten „mysteriöse“ Defekte, die Probleme verursachen, sondern typische Winterfolgen: Schlamm, Streureste und Feuchtigkeit sammeln sich in der Waagengrube, Staub und Abrieb setzen Fugen und Einbauteile zu, und der Frost-Tau-Wechsel hinterlässt kleine, aber entscheidende Spuren an Mechanik, Fundament und Kabelwegen. Wer im Frühjahr einmal konsequent reinigt, prüft und nachstellt, sorgt dafür, dass die Waage in der Hochsaison stabil, präzise und verfügbar bleibt – auch bei hohem Durchsatz.

Typische Winterfolgen in Steinbruch, Kieswerk und Betonwerk

Gerade in der Baubranche wirken mehrere Belastungen gleichzeitig. Abrasiver Zement- oder Schotterstaub legt sich überall ab, und im Winter beschleunigen Streusalz und Chloride die Korrosion an metallischen Teilen. Das Ergebnis zeigt sich oft erst im Frü hjahr: Messwerte driften, die Anzeige stabilisiert sich langsamer als gewohnt, Achslasten wirken unplausibel oder Störungen treten plötzlich nur „manchmal“ auf – klassisch bei Feuchtigkeit in Anschlusskästen oder bei angegriffenen Kabeln und Steckverbindungen.

Reinigung und mechanische Freigängigkeit: Die Basis für präzises Wiegen

Nahaufnahme einer Fahrzeugwaage mit Metallkante und einer Fuge voller Schmutz. Fokus liegt auf der Textur, als Detail für Frühjahrs-Check von Fahrzeugwaagen im Steinbruch & Kieswerk.

Der wichtigste Hebel zum Saisonstart ist eine Kombination aus professioneller Reinigung und gezielter Wartung. Es ist ganz einfach: Eine Waage kann nur korrekt messen, wenn sie mechanisch frei ist. Steine in Fugen, verkrustete Anbackungen oder verschlammte Bereiche an Auflagen führen dazu, dass Teile der Brücke ungewollt „mittragen“ oder sich verspannen. In der Folge entstehen Sprünge, Drift oder reproduzierbare Abweichungen bei bestimmten Fahrzeugpositionen. Eine gründliche Reinigung von Waagenoberfläche, Fugen, seitlichen Bereichen und – bei Grubenwaagen – der gesamten Waagengrube schafft hier oft schon die Lösung. Wichtig ist dabei, empfindliche Komponenten nicht mit Gewalt zu reinigen: Wir empfehlen, an sensiblen Stellen wie Wägezellen und Einbauteilen keine aggressive Hochdruckreinigung einzusetzen, um Dichtungen, Kabeldurchführungen und die Einbausituation zu schützen.

Entwässerung prüfen: Schutz vor Überflutung der Elektronik bei Frühjahrsregen

Noch entscheidender im Frühjahr ist die Entwässerung. Nach dem Winter sind Abläufe, Rinnen oder Drainagen häufig zugesetzt. Und wenn dann die typischen Frühjahrsregen einsetzen, staut sich Wasser dort, wo es nicht hingehört: in der Waagengrube, in Kabelkanälen oder nahe Anschluss- und Summierkästen. Stehendes Wasser ist nicht nur ein Korrosionstreiber, es ist auch eine reale Gefahr für Elektronik, Klemmen und Kontakte. Deshalb sollte der Frühjahrs-Check immer einen klaren Fokus auf das Entwässerungssystem legen: Sind Abläufe sichtbar frei? Funktioniert eine vorhandene Pumpe zuverlässig? Gibt es Bereiche, in denen Wasser stehen bleibt, obwohl es ablaufen müsste? Ein kurzer, kontrollierter Wassertest kann schnell zeigen, ob ein Ablauf wirklich zieht und erspart späteren Ärger, wenn es mitten in der Saison zu Ausfällen nach Starkregen kommt.

Anschlusskästen, Kabel und Dichtheit: Die häufigste Ursache für sporadische Störungen

Ist die Waage sauber, folgt der Blick auf die „unsichtbaren“ Ursachen: Anschlussbereiche und Kabelwege. Gerade in Steinbruch und Betonwerk sind Kabel mechanisch stark belastet: durch Schwingungen, Abrieb, gelegentlich auch durch Quetschungen oder Scheuerstellen. Dazu kommen Feuchtigkeit und Temperaturwechsel, die in schlecht abgedichteten Übergängen Kondensat begünstigen. In der Praxis sind es oft lose Verschraubungen, kleine Undichtigkeiten oder korrodierte Steckverbindungen, die zu sporadischen Fehlern führen. Wer im Frühjahr Dichtheit und Sitz der Kabelverschraubungen prüft, Kabelschutzrohre inspiziert und kritische Stellen nacharbeitet, verhindert die typischen „kommt und geht“-Störungen, die im Peak besonders teuer werden.

Fundament, Setzungen und Rampen: Wenn die Umgebung „mitarbeitet“

Ein weiterer Punkt, der in der Baubranche häufig unterschätzt wird: Setzungen und die mechanische Geometrie rund um die Waage. Schwere Fahrzeuge, wechselnde Lastverteilungen und frostbedingte Bewegungen können Rampen, Anfahrbereiche und Auflager minimal verändern. Das muss nicht dramatisch sein, reicht aber, um Freigängigkeiten zu reduzieren oder Verspannungen zu erzeugen. Deshalb gehört zur Frühjahrswartung immer auch der prüfende Blick auf die mechanische Situation: Läuft die Brücke frei, ohne irgendwo anzuliegen? Gibt es Kontaktstellen, die es im Vorjahr nicht gab? Sind Fugen gleichmäßig, sind Begrenzungen korrekt, und gibt es Anzeichen dafür, dass Fundamente oder angrenzende Bauteile „arbeiten“? Solche Themen früh zu erkennen, macht die spätere Hochsaison planbar.

Wägesoftware und Wiegeplatz-IT: Updates, Funktionscheck und kleine Batterien mit großer Wirkung

Wenn Mechanik und Elektronik passen, entscheidet oft die digitale Kette über den reibungslosen Betrieb. Gerade PC-basierte Wägesysteme profitieren davon, dass Updates nicht „nebenbei“ laufen, sondern geplant im Wartungsfenster eingespielt werden. Ein ungeplanter Neustart durch automatische Updates kann den Durchsatz im falschen Moment spürbar bremsen. Empfehlenswert ist daher ein definierter Frühjahrs-Termin, an dem Betriebssystem- und Wägesoftware-Updates installiert und anschließend getestet werden: Startet die Anwendung stabil, passen Benutzerrechte und Schnittstellen, funktionieren Drucker, Scanner, Ampeln, Fernanzeigen, Schranken, RFID oder ERP-Anbindungen zuverlässig?

Und dann sind da die kleinen Dinge, die in der Saison plötzlich groß werden: schwache Batterien in Fernbedienungen, ein Scanner, der nur noch manchmal verbindet, oder eine USV, deren Akkus an Kapazität verloren haben. Wer diese Peripherie mitprüft und Verschleißteile rechtzeitig tauscht, verhindert Stillstände, die im Peak unverhältnismäßig teuer sind.

LED-Signal zeigt grünes 'GO' und die Aufschriftt READY

Sinnvolle Modernisierung zum Saisonstart: Schutz, Diagnose und mehr Automatik

Wenn Ihre Waage regelmäßig in Schlamm, Staub und Nässe läuft, lohnen sich gezielte Optimierungen. Ein verbesserter Kabelschutz in besonders belasteten Bereichen, hochwertigere Abdichtungen an kritischen Übergängen oder modernere Anschlusskästen mit besserem Feuchteschutz bringen oft dauerhaft Ruhe. Auch Fernwartungsfähigkeit und Diagnose über Statusmeldungen oder Fehlercodes sind in der Praxis ein echter Vorteil: Viele Störungen lassen sich schneller eingrenzen, und der Unterschied zwischen „10 Minuten Lösung“ und „Anfahrt + Stillstand“ wird im Sommer schnell spürbar. Wer zusätzlich Wiegeprozesse digitalisiert – etwa mit automatisierten Abläufen, Kennzeichenerkennung oder durchgängig digitalen Lieferscheinen – gewinnt nicht nur Komfort, sondern vor allem Durchsatz und Nachvollziehbarkeit.

Empfehlung: Servicefenster im März/April bevor der Hochbetrieb startet

Unterm Strich ist der Frühjahrs-Check weniger eine einzelne Maßnahme als eine Strategie: Sie nehmen der Saisonspitze das Risiko. Die beste Zeit dafür ist das Zeitfenster vor dem ersten Hochlauf, typischerweise im März oder April. Dann sind die Winterspuren sichtbar, der Betrieb ist noch planbarer als im Sommerbetrueb, und Sie können Reinigung, Entwässerungsprüfung, Dichtigkeits- und Kabelcheck, mechanische Freigängigkeit sowie Software- und Peripherietests in einem sauberen Wartungstermin bündeln. Das Ergebnis ist direkte Betriebssicherheit: präzise Wägungen, weniger Störungen, weniger Rückfragen. Und eine Waage, die den Sommer über einfach funktioniert.

Wir haben Ihnen eine Checkliste für Ihren Fahrzeugwaagen-Check bereitgestellt, den Sie selbst durchführen können:

Mehr Sicherheit mit den ESSMANN-Waagenbau-Profis

Wenn Sie ganz sicher gehen wollen, dass Ihre Fahrzeugwaage tip-top in Schuss ist, buchen Sie jetzt einen Service-Termin mit unseren Waagenbau-Profis. Unsere erfahrenen und gut ausgebildeten Servicetechniker erledigen den Frühjahrscheck für Sie – gemeinsam mit Ihren Mitarbeitern, die so auch erfahren, auf welche Zeichen sie achten sollten.

Frühjahrscheck durchgeführt und Mängel entdeckt? Auch dann kümmern wir uns gern um Ihre Fahrzeugwaage. Sprechen Sie uns an!

ESSMANN | Technischer Service

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