WAAGEN MAGAZIN

Waage und Radioaktivitäts‑Portalmessanlage im Chemiepark Marl

ESSMANN Redaktion

Wie Fahrzeug-Portalmessanlagen radioaktive Strahlung automatisiert erkennen, und welche Rolle Waagen dabei spielen

Mobile Waage, Use Case

Am Chemiepark Marl hat Veolia eine hochmoderne Radioaktivitäts‑Portalmessanlage für LKW‑Durchfahrten in Betrieb genommen. Diese Technologie ist ein zentrales Element der Sicherheits‑ und Qualitätskontrolle bei der Anlieferung von Abfall und sensiblen Materialströmen. Sie erkennt unsichtbare Gefahren, bevor sie den Betrieb erreichen. Doch wie funktioniert eine solche Anlage technisch? Und welche Rolle spielen dabei die Fahrzeugwaage und das Selbstbedienterminal? Dieser Beitrag ordnet die Technologie ein und zeigt, warum Wägetechnik in solchen Sicherheitskonzepten mehr ist als ein reiner Wiegepunkt.

Was ist eine Portalmessanlage zur Strahlenkontrolle?

Eine Portalmessanlage (international auch Radiation Portal Monitor, RPM) ist ein automatisiertes System zur Erkennung ionisierender Strahlung an Fahrzeugen, Containern oder Ladungsträgern. Sie arbeitet berührungslos und überprüft jedes durchfahrende Fahrzeug auf Gamma‑ oder Neutronenstrahlung, ohne den Materialfluss unnötig zu unterbrechen.

Solche Systeme kommen insbesondere dort zum Einsatz, wo radioaktive Stoffe unbeabsichtigt in den Stoffkreislauf gelangen könnten, etwa in der Entsorgungs‑, Recycling‑ oder Chemieindustrie. Ziel ist es, potenziell kontaminierte Anlieferungen frühzeitig zu identifizieren und kontrolliert aus dem Prozess zu nehmen.

Bildschirm zeigt GammaScan-Software mit zwei Detektor-Strahlenwerten, alle Status grün; keine Störung. Menü mit Funktionen wie 'Unlock', Datum unten rechts, helles Design.Foto: Veolia
Frau mit braunen Haaren und Brille hält einen Geigerzähler. Hintergrund: Industrieanlage mit Veolia-Logo. Thema: Automatische Strahlungserkennung an Fahrzeugportalen, Waagen und Terminals.Foto: Veolia

Wie funktioniert die Messung am Standort Chemiepark Marl?

Das bei Veolia installierte System ist mehrstufig aufgebaut und verbindet schnelle Durchsatzkontrollen mit präziser Detailmessung:

Zwei Außendetektoren links und rechts der Durchfahrt zur Waage erfassen das Fahrzeug bereits vor dem eigentlichen Wiegeprozess.
Eine integrierte Messstelle im Bereich der Waage misst, wenn sich das Fahrzeug vollständig im definierten Messfeld befindet.
Mobile Geigerzähler dienen der Nachmessung, sobald definierte Schwellenwerte überschritten werden.

Gemessen wird zunächst in Counts per Second (CPS), also der Anzahl registrierter Zerfälle pro Sekunde. Liegen die Werte über dem natürlichen Hintergrund, werden Voralarm‑ und Grenzwerte ausgewertet. Erst bei Auffälligkeiten erfolgt die detaillierte Nachmessung mit einem Geigerzähler in Mikrosievert pro Stunde (µSv/h), die auch Grundlage für eine mögliche Behördenmeldung ist.

Dieses zweistufige Verfahren verbindet hohe Betriebssicherheit mit einem reibungslosen Anlagenbetrieb.

Die Rolle der Waage: definierter Messpunkt im Sicherheitsprozess

In diesem Gesamtsystem ist die Fahrzeugwaage ein zentraler Bestandteil, nicht nur aus logistischer, sondern auch aus messtechnischer Sicht.

Die Waage definiert den exakten Punkt, an dem das Fahrzeug vollständig erfasst wird. Geschwindigkeit, Position und Stillstand lassen sich hier eindeutig kontrollieren. Das ist entscheidend, um reproduzierbare und vergleichbare Messergebnisse zu erhalten und die Strahlungsmessung eindeutig einem Fahrzeug zuzuordnen.

Gleichzeitig bildet die Waage den logischen Knotenpunkt, an dem Gewichtsdaten und Fahrzeugidentität und Sicherheitsmessungen zusammenlaufen können: eine wichtige Voraussetzung für lückenlose Dokumentation und spätere Nachvollziehbarkeit.

Tipp für ähnliche Projekte: Idealerweise wird dieser Prozess so zusammengeführt, dass die Messergebnisse der RPM direkt auf der Wiegenote mit ausgewieen werden. So werden alle relevanten Informationen zum Fahrzeug und zur Ladung gemeinsam dokumentiert.

Waage und Radioaktivitäts‑Portalmessanlage im Chemiepark Marl

Technische Anforderungen der Chemieindustrie, und wie die HE‑TS 18 sie erfüllt

Die Anforderungen in der Chemieindustrie sind hoch – insbesondere in Bezug auf Sicherheit, Langlebigkeit und Präzision. Genau hier spielt die eingesetzte Fahrzeugwaage ihre Stärken aus.

Die mobile Fahrzeugwaage HE‑TS 18 verfügt über eine verwindungssteife Stahlkonstruktion, die auch bei hoher Frequenz und wechselnden Fahrzeugtypen dauerhaft formstabil bleibt. Die feuerverzinkte Oberfläche sorgt für maximalen Korrosionsschutz – ein entscheidender Faktor bei Außenaufstellung und aggressiven Umgebungsbedingungen.

Die eichfähige Wägeelektronik ermöglicht rechtssichere Gewichtserfassung, während die seitlich angebrachten, 120 mm hohen Aufkantungen aus verzinktem Winkelstahl eine klare Fahrzeugführung gewährleisten. Sie reduzieren das Risiko von Fehlfahrten und schützen Waage und Fahrzeuge gleichermaßen beim Befahren.

Für den Betreiber bedeutet das:

• zuverlässige Gewichtserfassung im Dauerbetrieb
• stabile Messergebnisse auch bei widrigen Wetterbedingungen
• sichere Nutzung bei unterschiedlichsten Fahrzeugkonfigurationen

Für uns ist es ein weiteres Beispiel für ein Projekt, bei dem industrielle Präzision und praxisgerechte Konstruktion konsequent zusammengedacht wurden.

Sicherheit bedeutet auch: professionelle Alarmbearbeitung

Eine der größten Herausforderungen im Betrieb solcher Anlagen liegt nicht in der Messung selbst, sondern im Umgang mit Auffälligkeiten. Jeder Voralarm erfordert klare Abläufe, saubere Dokumentation und – bei Grenzwertüberschreitungen – die Einbindung der zuständigen Behörden.

Die Kombination aus Portalmessanlage, Waage und Terminal schafft hier die Grundlage für einen strukturierten Umgang mit Ereignissen, ohne den Gesamtbetrieb unnötig auszubremsen.

Der Artikel basiert auf diesem Beitrag auf der LinkedIn-Präsenz von Veolia | Hazardous Waste Germany. Fotos mit freundlicher Genehmigung von Veolia.

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Fazit: Wenn Wägetechnik Teil der Sicherheitsarchitektur wird

Die Portalmessanlage am Chemiepark Marl zeigt eindrucksvoll, wie moderne Sensortechnik und robuste Wägetechnik zusammenwirken können.

In Verbindung mit einer langlebigen, präzisen Fahrzeugwaage wie der HE‑TS 18 und einem intelligenten Selbstbedienterminal entsteht ein System, das Sicherheit, Effizienz und Dokumentation miteinander verbindet – und damit den hohen Anforderungen der Chemieindustrie dauerhaft gerecht wird.

Sie haben ein ähnliches Projekt in der Planung? Sprechen Sie uns an, wir können Sie mit unseren Yard-Management-Lösungen rund um die Waage sicher unterstützen.

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